Pflasterkunst — wo die Bühne der Boden ist.
Pflasterkunst ist ein deutschsprachiges Magazin zur Straßenkunst-Szene im DACH-Raum. Wir schreiben über Jongleur:innen und Akrobat:innen, über Feuer-Performer:innen und Bühnenmagier:innen, über Festivals zwischen Linz und Bern und Burghausen, über Mittelalter-Spektakel zwischen Telgte und Haithabu — und über den Berufsalltag, der diese Auftritte trägt. Künstlersozialkasse, Berufshaftpflicht, Vertrags-Standards, Reise-Steuer, Hutgeld: das gehört dazu, wenn man die Kunst ernst nimmt.
Acht Ressorts — Jonglieren, Akrobatik, Feuer, Magie, Festivals, Mittelaltermärkte, Schule, Wirtschaft — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder. Manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Festival-Premiere, manchmal hängt eine ganze Woche an einer Versicherungs-Reform der Künstlersozialkasse. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe markiert den Eröffnungsband, mit Schwerpunkt auf der Sommer-Festival-Saison und einem programmatischen Blick auf die deutschsprachigen Zirkusschulen.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen handwerklicher Disziplin und scheinbarer Leichtigkeit. Eine saubere Fünf-Ball-Kaskade sieht aus, als würde sie sich von selbst tragen, und ist doch das Ergebnis von hunderten Stunden Training auf der Wiese hinter dem Wohnort. Ein guter Walking Act wirkt, als würde der Performer einfach durch die Festival-Allee spazieren, und ist doch ein durchgeplantes Setting mit Routing, Resonanz-Punkten und einer abgestimmten Choreografie für die Übergänge. Wir behandeln diese Praxis als das, was sie ist: eine Berufskunst, die sich erlernen, ausüben und versichern lässt. Wir würdigen sie und prüfen sie gleichzeitig.
Geschrieben ist Pflasterkunst für Performer:innen, die ihre eigene Disziplin schärfen und die Festival-Geographie der Saison verstehen wollen; für Festival-Veranstalter:innen, die Programm planen und nach Acts suchen; für Zirkusschulen-Eltern und -Studierende, die Ausbildungs-Optionen vergleichen; für Mittelalter-Markt-Aktive, die Authentizitäts- und Outfit-Fragen ernst nehmen; und für das Pflasterspektakel-Stammpublikum, das jedes Jahr zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht.
Gastbeiträge
Pflasterkunst nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text aus der Szene geschrieben hat — Festival-Bericht, Disziplin-Tiefenbohrung, Ausbildungs-Erfahrung, Wirtschafts-Praxis — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche. Kürze ist kein Nachteil, ein Foto vom Vorzelt sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer Drehmomente von Cyr-Wheel-Schrauben in Newtonmetern angibt, hat schon gewonnen.
Wer auf dem Pflaster auftritt, hat keine vierte Wand, kein Backstage, kein Zwischenvorhang. Die Kunst passiert genau dort, wo das Publikum steht — und beginnt jeden Tag wieder von vorn.